Auf den Spuren der Mandel - Teil 1

Auf den Spuren der Mandel - Teil 1

Kalifornische Mandeln

Rund 80 % aller Mandeln kommen aus Kalifornien. Weil der Mandelanbau dort immer wieder in die Diskussion gerät, haben wir uns dort einmal bei Mandelbauern umgeschaut. Unser Ziel war es, Erzeuger zu finden, die Mandeln nachhaltig und umweltgerecht anbauen und die auch in punkto Bienen verantwortungsbewusst handeln. In unserer dreiteiligen Serie über die kalifornischen Mandeln berichten wir über unsere Reise und den Anbau vor Ort.

In Gummistiefeln durch Kaliforniens Mandelplantagen

Wer denkt schon daran, Gummistiefel einzupacken, wenn er den Koffer für Kalifornien packt? Ein schwerer Fehler, wie sich bei der Ankunft herausstellen sollte. Doch nach allem, was man hier bei uns über die Dürre in Kalifornien hörte, waren wir felsenfest davon überzeugt, dass Jeans, T-Shirt und ein Paar Sneakers völlig ausreichen. Und nur, weil es hier in Deutschland am Tag des Abflugs Anfang März noch recht frisch war, hatten wir auch dickere Jacken im Gepäck. Welch ein Segen.... Jetzt stehen wir bei gefühlt 10 Grad am Flughafen von Los Angeles und frieren. Frieren im „Golden State“, wo es doch niemals regnet, wie Albert Hammond es uns schon vor über 30 Jahren vorsang...

Seems it never rains in Southern California – von wegen...

Ausgiebige Regenfälle haben die Dürre in Kalifornien beendet, die Wasserspeicher sind bis an die Ränder gefüllt. Die Mandelbäume stehen knietief im Wasser. Für einen Rundgang durch die Plantage wären daher wirklich Gummistiefel die richtige Wahl...

Gerade die kalifornische Mandel ist wegen der anhaltenden Dürre der letzten Jahre im weltweit größten Anbaugebiet mehr und mehr in Verruf geraten. 80 Prozent aller Mandeln kommen aus Kalifornien, und sie tragen u. a. zum leckeren Geschmack der veganen Käse-Alternative Simply V bei. Die wiederum lieben überzeugte Veganer ebenso wie all jene Genießer, die sich bewusst pflanzlicher ernähren möchten oder die einfach einmal eine Abwechslung zu ihrem „normalen“ Frischkäse suchen. Da muss es doch möglich sein, Mandeln guten Gewissens genießen zu können – in welcher Form auch immer wir sie essen möchten.

Aber wie umweltgerecht ist der Mandelanbau in Kalifornien eigentlich? Kann man wirklich guten Gewissens kalifornische Mandeln verwenden?

Wie nachhaltig und verantwortungsbewusst arbeiten Mandelerzeuger in Kalifornien? Immerhin ist der „Golden State“ ja bekannt dafür, in vielen Bereichen die strengsten Umweltauflagen in den USA zu haben. Bereits im Herbst 2015 waren wir schon einmal nach Kalifornien gereist und hatten dort im Süden des Landes drei Erzeuger besucht. Keiner von ihnen hatte uns so recht überzeugt – auch wegen der Wasserknappheit in Südkalifornien: Hier regnet es nur etwa halb so viel wie im weitaus regenreicheren Norden.

In diesem Jahr führte uns der Weg über den großen Teich daher in den Norden. Dort hatten wir ein kleines Unternehmen in Familienbesitz ausgemacht, bei dem alle Produktionsschritte in einer Hand liegen: Die kalifornischen Mandeln wachsen hier nicht nur, sondern werden hier auch:

  • enthülst,
  • geschält
  • und abgepackt,

und zwar die eigenen ebenso wie die der vielen kleinen Mandelerzeuger im Umkreis – lange Transportwege gibt es nicht. Das gefiel uns sehr gut, ebenso wie die Lage, weil es im Norden sehr viel mehr regnet als im Süden des Landes und die Wassersituation daher weitaus entspannter ist.

Von der Blüte in die Tüte

Die Inhaber Mike und Jim gründeten ihr Unternehmen 2004, um die von ihnen geernteten kalifornischen Mandeln bis hin zum Abpacken und Verschicken weiterverarbeiten zu können. Sie brachten dazu ihren jahrzehntelangen Erfahrungsschatz im Mandelanbau ein und ergänzten es um alles andere, was dabei unverzichtbar ist wie zum Beispiel die Bienenhaltung.

Sowohl Mike als auch Jim sind auf einer Farm aufgewachsen, die Landwirtschaft liegt ihnen gewissermaßen im Blut. Beide wissen und schätzen den Wert von Mutter Natur und gehen daher sorgsam mit ihr um. Mikes Farm blickt auf eine mehr als hundertjährige Tradition zurück. Den Grundstein dazu legte sein Großvater 1907 mit einer Imkerei. In den 1950-er Jahren war es dann eben dieser Großvater, der die ersten Mandelbäume pflanzte. Mittlerweile steht mit Mikes Sohn Steven die vierte Generation in den Startlöchern. Jims Eltern waren Milchbauern, und nach Abschluss des Colleges half er zunächst ganz selbstverständlich mit auf dem Hof, bis auch er in den 1960-er Jahren seine ersten Mandelbäume pflanzte.

Heute gibt es das Unternehmen von Mike und Jim seit über zehn Jahren und ist erfolgreicher, als die beiden es sich je ausgemalt hatten. Ausschlaggebend dafür ist eine Reihe von Gründen. Ganz wichtig sind sicherlich die Persönlichkeiten der beiden Gründer sowie deren vertrauensvoller Umgang miteinander. „Vertrauen“, so Mike, „ist die Grundlage für alles.“

Auch wir waren mehr als angetan von der Offenheit und Herzlichkeit, mit der man uns begegnete. Mit unendlicher Geduld und Hingabe erklärte uns Mike die Feinheiten des Mandelanbaus, machte uns klar, wie sehr ihm seine Bienen am Herzen liegen, aber auch, dass ein wesentlich Erfolgsfaktor schlichtweg darauf beruht, dass es im Norden Kaliforniens nur eine Handvoll von Abpackbetrieben für Mandeln gibt. Außerdem haben im Laufe der letzten Jahre immer mehr Farmer von Reihenkulturen wie zum Beispiel Mais, Karotten oder Zwiebeln umgestellt auf Dauerkulturen wie Mandeln oder auch Walnüsse. Es werden folglich einfach mehr kalifornische Mandeln angebaut, und die müssen natürlich auch abgepackt werden.

Mandeln aus Kaliforniens Norden

Die Struktur der Mandelbauern im Norden spielt ebenfalls eine wichtige Rolle: Mit einer Größe von durchschnittlich nur etwa 100 acres (ca. 40 Hektar) betreiben die Besitzer der Plantagen den Anbau der Mandeln nur noch im Nebenerwerb. Sie arbeiten Vollzeit und kümmern sich nach Feierabend und am Wochenende um die Bäume – oder überlassen die Bewirtschaftung gleich ganz Mike und Jim. Am Ende der Saison – nach getaner Arbeit - bekommen diese „Nebenerwerbserzeuger“ dann nur noch einen Scheck für ihre Mandelernte.

Wie zufrieden die Mandelerzeuger mit dieser „Arbeitsteilung“ sind, lässt sich daran ablesen, dass viele von ihnen schon seit dem Gründungsjahr 2004 mit an Bord sind. Sie haben erkannt, dass Mike und Jim sowie jeder einzelne Mitarbeiter des Unternehmens immer ihr Bestes geben, um ihre Mandeln aus Kalifornien zu vermarkten. Und dieses Vertrauen, das man in sie setzt, hegen und pflegen alle – ebenso wie die Mandelbäume und alle anderen Erzeugnisse, die hier angebaut werden

Fortsetzung folgt:

Im zweiten Teil unserer Mandelreportage erfahrt ihr alles rund um weitere wichtige Mitarbeiter beim Mandelanbau – nämlich die Bienen. Sie haben bei Mike und Jims Arbeit einen ganz besonderen Stellenwert.

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Auf den Spuren der Mandel - Teil 2

Im zweiten Teil unserer Mandelreportage erfahrt ihr alles rund um weitere wichtige Mitarbeiter beim Mandelanbau – ...

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