Auf den Spuren der Mandel - Teil 2

Auf den Spuren der Mandel - Teil 2

Von Mandelblüten und Bienen

Im zweiten Teil unserer Mandelreportage erfahrt ihr alles rund um weitere wichtige Mitarbeiter beim Mandelanbau – nämlich die Bienen. Sie haben bei Mike und Jims Arbeit einen ganz besonderen Stellenwert.

Unser Interesse weckte Neugier

Nachdem Mike uns seinen Betrieb vorgestellt hatte, wollte man natürlich auch von uns eine ganze Menge wissen, zum Beispiel warum wir uns so intensiv mit dem Mandelanbau und der Verarbeitung beschäftigten. Unsere Erklärung brachte alle zum Staunen. Dass es in Deutschland eine pflanzliche Käse-Alternative mit Mandel gibt, fanden alle mehr als spannend. „Einen Käse mit Mandel?“, fragte Mike verblüfft. „Das ist ja interessant. Ich kann mir gut vorstellen, dass eine solche Käse-Alternative auch hier in den Staaten mehr als erfolgreich ist. Die Leute hier lieben die Abwechslung und probieren gern neue Produkte. Und wenn die dann schmecken, erobern sie ganz schnell einen festen Platz im Kühlschrank.“ Ob man aber tatsächlich guten Gewissens mit kalifornischen Mandeln eine Käse-Alternative herstellen kann, wollten wir nun "live und in Farbe" vor Ort sehen.

Vielfalt beim Anbau macht Bienen satt

Neben den Mandelbäumen, die Mikes Familie auf mehr als 1.000 Hektar kultiviert, werden auch Walnüsse, Pflaumen und Zitrusfrüchte angebaut. Für all diese Pflanzungen spielt eine tierische Mitarbeiterin die entscheidende Rolle: Es braucht Bienen, um all diese Früchte zu bestäuben. Erst wenn sie ihre Arbeit getan haben, gibt es auch etwas zu ernten. Damit ist die Biene, das Sinnbild von Fleiß und Fruchtbarkeit, eines unserer wichtigsten Nutztiere. Die fleißigen Insekten bestäuben rund 80 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzpflanzen, auch Mandeln. Doch seit einigen Jahren beobachten Imker in den USA ebenso wie in Europa ein bislang nicht geklärtes Bienensterben. Ganze Völker verschwinden, ohne dass klar ist, warum.

Über dieses Bienensterben gibt es mittlerweile viele Theorien. Tags zuvor hatten wir uns darüber bereits beim Almond Board of California informiert. Bereits seit 1976 – lange bevor das Thema seinen Weg in die Medien fand - unterstützt das Board Forschungen zum Schutz der Bienen. Denn nur ein ausreichend großer Bienenbestand sichert die Existenz der Mandelbauern.

Hauptverantwortlich gemacht für das Sterben werden:

  • die Zerstörung der natürlichen Lebensräume,
  • der Klimawandel,
  • die fehlende Nahrungsgrundlage,
  • Pestizide
  • sowie die Ende der 70-er Jahre aus Asien eingeschleppte Varroamilbe.

Gegen diesen zeckenähnlichen Parasiten können sich hiesige Bienenarten nicht wehren, zusätzlich macht er die befallenen Bienenvölker noch anfälliger für Krankheiten. Bei alledem macht auch Stress den Bienen ganz schwer zu schaffen. Stress, der zum Beispiel entsteht, weil amerikanische Bienen wie Wanderarbeiter durch die ganze USA gekarrt werden, um dort im ganzen Land die Frucht zu bestäuben. Die Arbeit der Bienen beginnt im Februar mit ihrem Einsatz auf den Mandelplantagen, danach geht es nach Florida zu den Orangenplantagen, anschließend zu den Äpfeln nach Pennsylvania, den Blaubeeren in Maine, den Cranberries in Massachusetts, wieder nach Pennsylvania zu den Kürbissen...

Den 15.000 Bienenstöcken, die Mike sein eigen nennt, ist dieser Stress gänzlich unbekannt. Sie warten nur darauf, im Februar endlich auf die Mandelbäume fliegen zu können, die dann in voller Blüte stehen, um sich ausgiebig an dem gehaltvollen Mandelnektar zu laben. „Die Mandelblüten sind die ersten Bäume, die Bienen anfliegen. Und das tut ihnen nach den Wintermonaten richtig gut, denn ebenso wie die Mandeln die Bienen brauchen, brauchen die Bienen auch die Mandeln. Der Mandelnektar wirkt wie eine Stärkungskur und macht sie widerstandsfähiger“, hatten wir tags zuvor schon beim Almond Board of California gehört, nachdem man auch dort   staunend vernommen hatte, dass es in Deutschland eine vegane Käse-Alternative mit Mandel gibt. „Tatsächlich einen Käse mit Mandel? Wie spannend! Das ist ja mal eine innovative Verwendung für unser Produkt“, staunte man beim Almond Board nicht schlecht.

Dabei sind Mandeln in flüssiger Form, die sogenannten Mandel-Drinks, im amerikanischen Alltag ganz selbstverständlich. In den Supermärkten haben diese Milch-Alternativen bereits ein Drittel des Kühlregals erobert, stehen ganz gleichberechtigt neben „normaler“ Milch und werden gern zur Abwechslung genossen. Auch hier bei uns sind Mandel-Drink & Co. ja deutlich auf dem Vormarsch, ebenso wie eine deutlich pflanzlicher ausgerichtete Ernährung, die in den USA schon ganz normal ist. Und geradezu unerlässlich für diesen Ernährungsstil sind Nüsse und Mandeln, die während unseres Besuchs blühten und nun auf den Besuch der summenden Arbeiter warteten.

In diesem Jahr ist aber alles ein wenig anders als in den Jahren zuvor. Letzte Nacht hat es gefroren, und auch jetzt ist es ungewöhnlich kalt für diese Jahreszeit in Kalifornien. „Wenn man hier drinnen sitzt, bei strahlendem Sonnenschein und diesen blauen Himmel sieht, kann man sich gar nicht vorstellen, dass es nur knapp 12 Grad draußen sind. Und das ist viel zu kalt für unsere Bienen. Die bleiben dann lieber in ihrem warmen Bienenstock“, erklärt uns Mike. „Unsere Bienen brauchen mindestens 15 Grad, um gern nach draußen zu fliegen. Solche Temperaturen hatten wir in diesem Jahr noch nicht so häufig.“

Dabei stehen die Mandelbäume in voller Blüte und warten dringend auf den Besuch der Bienen – nur dann gibt es eine gute Ernte. Doch schon während unserer Fahrt vom Almond Board zur Farm auf der Interstate 5 fiel uns auf, dass trotz des blauen Himmels nicht eine einzige Biene auf unserer Windschutzscheibe landete – es war schlichtweg zu kalt.

Die Mandelbauern und das Wasser

In dem dritten Teil unserer umfangreichen Mandelreportage erfahrt ihr mehr über den Mandelanbau und wie die kalifornischen Landwirte Mike und Jim mit der knappen und wertvollen Ressource Wasser umgehen.

Story

Auf den Spuren der Mandel - Teil 1

Rund 80 % aller Mandeln kommen aus Kalifornien. Weil der Mandelanbau dort immer wieder in die Diskussion gerät, haben ...

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Auf den Spuren der Mandel - Teil 3

Im letzten Teil unserer großen Mandelreportage haben wir uns insbesondere mit der kalifornischen Landwirtschaft und ...

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