Auf den Spuren der Mandel - Teil 3

Auf den Spuren der Mandel - Teil 3

Die Mandelbauern und das Wasser

Im letzten Teil unserer großen Mandelreportage haben wir uns insbesondere mit der kalifornischen Landwirtschaft und der Wasserknappheit in Kalifornien auseinandergesetzt. Falls ihr Teil 1 und Teil 2 noch nicht gelesen habt, könnt ihr das jetzt nachholen.

In Teil 1: Kalifornische Mandeln haben wir euch bereits berichtet, was uns in den kalifornischen Norden geführt hat und wir wir dort ein kleines Unternehmen in Familienbesitz ausfindig gemacht haben.

In Teil 2: Von Mandelblüten und Bienen könnt ihr weitere Informationen über die wichtigsten tierischen Mitarbeiter erfahren - die Bienen und welche Rolle diese beim Mandelanbau spielen.

Zuviel Wasser stellt die Mandelbauern vor Probleme

Dass wegen der ungewöhnlichen Kälte die Bienen in diesem Jahr nicht so recht ausschwärmen wollten, bereitet Mike ebenso Kopfzerbrechen wie das viele Wasser. „We have too much...“ – wir trauen kaum unseren Ohren, als wir Mikes Antwort auf unsere Frage nach der Wassersituation in Kalifornien hören. Der Blick nach draußen unterstreicht seine Antwort jedoch nachdrücklich: Riesige Pfützen stehen auf dem Gelände, und die Mandelbäume stehen knietief im Wasser. Unglaublich, dass hier vor einigen Monaten noch eine Dürre geherrscht haben soll.

Angesichts randvoller Stauseen hat sich die Wassersituation in Kalifornien sehr entspannt, doch der Staat verzeichnet immer wieder niederschlagsarme Jahre. Außerdem sind seit jeher Wasserrechte und Wassernutzung umkämpft. „Der Streit um Wasser zieht sich durch Generationen“, weiß Mike. Dabei gäbe es im Norden eigentlich genug von dem wertvollen Nass, erklärt er uns weiter, aber die kalifornischen Wasserrechte sind derart kompliziert, dass sie selbst für Mike ein Buch mit sieben Siegeln bleiben. Es ist ein ausgeklügeltes Wassermanagement, bei dem Flüsse im regenreichen Nordkalifornien aufgestaut und durch ein gewaltiges System an Kanälen und Aquädukten in den Süden geleitet werden. Grundwasserreserven im Süden werden ebenfalls zur Bewässerung genutzt. Dieses Anbausystem erlaubt eine Lebensmittelproduktion in einer Gegend, die ansonsten aufgrund ihres Wüstenklimas brach läge, durch die Bewässerung aber rund ein Viertel der amerikanischen Lebensmittelproduktion liefert.

Effizient haushalten – auch in Zeiten des Überflusses

Wie wertvoll das Wasser ist, wissen sowohl Mike als auch all seine Kollegen zu schätzen. Bereits tags zuvor hatten wir beim Almond Board gehört, dass gerade die Mandelbauern das wertvolle Nass äußerst ökonomisch einsetzen. Mehr als 70 Prozent der Plantagen arbeiten mit der sogenannten Tröpfchenbewässerung. Dass der Mandelanbau die Grundwasserreserven in Kalifornien angreift, sei schlichtweg falsch, so das Almond Board. „Tatsächlich sind es gerade die Mandelbauern, die eine Vorreiterrolle in punkto Tröpfchenbewässerung übernommen haben.“ Wie effizient die Wassernutzung tatsächlich ist, konnten wir auf der Farm sehen – obwohl die Bäume knietief im Wasser standen. Die Schläuche für die Tröpfchenbewässerung waren dennoch nicht zu übersehen.

Eines weiß Mike ebenfalls sehr genau: „Das viele Wasser schadet den Bäumen.“ Denn ebenso wenig wie wir Menschen gern nasse Füße haben, stehen die Wurzeln der Mandelbäume gern im Nassen. Zudem macht die Feuchtigkeit sie anfälliger für Krankheiten.

Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist in einem regenreichen Jahr daher größer als in einem Jahr mit weniger Regen. „Würden wir nicht sprühen, würde das den Bäumen und damit unserem Ertrag schaden.“ Was aus Mikes Mund fast wie eine Entschuldigung klingt, ist harte Realität, nicht nur für ihn, sondern auch für seine Angestellten sowie die Besitzer der Plantagen, die er und seine Mitarbeiter in deren Auftrag bewirtschaftet. Damit befindet er sich in einer Zwickmühle, denn als Imker mit über hundertjähriger Tradition ist er äußerst bedacht darauf, seinen Bienen nicht zu schaden. Bei der Auswahl der Pflanzenschutzmittel achtet er daher streng auf Bienenverträglichkeit.

Die eingesetzten Pestizide unterliegen strengen Kontrollen: Vor ihrer Marktfreigabe und ihrem Einsatz werden die Pflanzenschutzmittel von der Environmental Protection Agency (EPA) geprüft, um zu gewährleisten, dass sie die Sicherheitsnormen u.a. hinsichtlich des Umweltschutzes erfüllen. Und die EPA war es übrigens auch, die den Dieselskandal rund um Volkswagen ins Rollen brachte....

Zusätzlich dazu müssen alle im kalifornischen Agraranbau verwendeten Pestizide beim California Department of Pesticide Regulation (DPR) gemeldet werden. Diese Aufsichtsbehörde überwacht Produktbewertung, Produktregistrierung, Umweltschutzvorschriften, Tests von Rückständen und den Einsatz auf regionaler Ebene.

Das Almond Board ist auch hier aktiv und finanziert diverse Forschungsprojekte, um den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren und verstärkt alternative Methoden zur Schädlingsbekämpfung einzusetzen. Grundsätzlich gilt: „so wenig wie möglich, so viel wie notwendig“.

Die kalifornische Mandelindustrie wurde bereits zweimal für ihre IPM-Initiativen von der amerikanischen Umweltschutzbehörde EPA ausgezeichnet.

„Dieses Jahr stellt uns wirklich vor einige sehr große Herausforderungen“, erklärt uns Mike, „aber so ist dann nun mal in der Landwirtschaft, wir sind komplett vom Wetter abhängig, das uns jetzt zwar ausreichend Wasser beschert hat, so dass alles gut wächst. Die niedrigen Temperaturen verhindern aber, dass unsere Bienen ihre Arbeit tun können.“ Uns hat unser Besuch nachdenklich gestimmt. Doch dank Mandelerzeugern wie Mike und Jim können wir in Deutschland durchaus eine pflanzliche Käse-Alternative mit Mandel genießen... Wir werden Mandeln jetzt auf alle Fälle noch mehr Wertschätzung entgegenbringen. Und wenn wir uns das nächste Mal aufmachen über den großen Teich und „unsere“ Mandelbäume besuchen, haben wir bestimmt auch Gummistiefel im Gepäck...

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Auf den Spuren der Mandel - Teil 1

Rund 80 % aller Mandeln kommen aus Kalifornien. Weil der Mandelanbau dort immer wieder in die Diskussion gerät, haben ...

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Auf den Spuren der Mandel - Teil 2

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